Katzencafé? Wie jetzt? In Japan sind Katzen- bzw. Tiercafés allgemein sehr beliebt. Also haben wir uns auf die Suche nach einem Katzencafé gemacht, um herauszufinden, warum das eigentlich so gehyped wird. Zwar hielt es Daniel von Anfang an für eine Schnapsidee, aber schlussendlich musste er mit. ? Wir hatten eine genaue Vorstellung: bei Kaffee und Kuchen die Gesellschaft von süßen Katzen genießen, die aus dem Tierschutz stammen und nun ein tolles Zuhause gefunden haben. Soviel zur Wunschvorstellung.

Ablauf

Nachdem wir im Katzencafé ankamen, sollten wir zunächst für ein paar Stunden später einen Termin vereinbaren, da die Katzen sich sonst von zu vielen Leuten gestresst fühlen könnten. „Gute Einstellung“, dachten wir. Als wir später erneut auftauchten, bezahlten wir 1.000¥ für 1,5Std. (ca. 9€) Eintritt, zogen wie gewohnt unsere Sneaker aus, tauschten sie gegen Hausschuhe und versperrten unsere Sachen im Spind. Dann forderte man uns auf, die Hände zu waschen und die Tiere nicht hochzuheben und schon konnten wir das Herzstück des Katzencafés betreten. Es hat vor Katzen nur so gewimmelt.

Meinung

Wir waren schockiert! Die armen Tiere sind den streichelwütigen Kunden ausgesetzt und mit dieser Situation komplett überfordert. Das Katzencafé hat den Charme eines viel zu beengten Streichelzoos, in dem die Tiere zum Unterhaltungsgegenstand herabgewürdigt werden. Allein, dass man für das Streicheln Eintritt zahlen muss, hat diesen Eindruck bestärkt. Die Japaner waren ganz verrückt nach den Tieren. Einige waren im Katzenselfiewahn und streichelten was das Zeug hielt, andere kauften Futter und rieben es den genervten Tieren unter die Nase. Wenige saßen auf den Sofas und lasen interessiert in Katzenbüchern. Wir mussten im falschen Film sein. Die meisten Katzen (oft Rassetiere) fungieren hier als Kuscheltiere für die menschliche Belustigung. Zwar haben sie einen extra Raum, in dem sie sich zurückziehen können, aber dieser wird abgesperrt und ist ca. 4m2 klein. Dass die gestressten Tiere jeden Tag wildfremden Menschen ausgesetzt werden, konnten wir uns nicht länger ansehen und sind gegangen.

Fazit

Leider wurden unsere Erwartungen nicht nur enttäuscht, sondern wir bekamen auch einen Einblick in völlig falsch verstandene Tierliebe. Natürlich lassen sich nicht alle Tiercafés unter einem Kamm scheren. Aber bedenkt man, dass es in Tokio auch ein Ziegen-, Igel-, Falken- oder Pinguincafé gibt, dann wird es einem doch ganz schlecht. Bitte mache nicht den gleichen Fehler wie wir und stecke diesen Cafés dein Geld zu! Mit Tierliebe hat das nichts zu tun. Rein gar nichts.

Wie denkst du darüber? Würdest du in so ein Café gehen oder warst du schon einmal in einem Tiercafé? Vielleicht sogar in Deutschland oder Europa? Wie läuft es dort ab?

Maria & Daniel